Eine freie Trauung im Klarissenkloster in Neuss

Meine Brautpaare begleite ich auf ihren Hochzeiten als Fotograf ja immer mit viel Leidenschaft, aber wenn das Brautpaar auch noch private Freunde sind und die Traurednerin so gefühlvolle Worte findet, ist man schon fast froh die Kamera vor dem Gesicht zu haben, um das Tränchen verstecken zu können.

Aber mal zum Anfang zurück, wir starteten ganz locker beim Getting Ready. In dieser Zeit, in der die Visagistin beginnt, enstehen bei einer Hochzeitsreportage bereits sehr emotionale und natürliche Bilder, die meiner Meinung nach einfach dazu gehören. Momente die in keinem Fotobuch fehlen sollten.

(Hier direkt ein Tipp an alle zukünftigen Brautpaare: wenn ihr den Fotografen nicht über den ganzen Tag buchen möchtet (warum auch immer), nehmt trotzdem das Getting Ready mit ins Paket und endet dafür mit der Reportage kurz nach dem Eröffnungstanz und dem Brautstraußwurf.)

Wenn die Bilder der Vorbereitung der Braut und natürlich auch des Bräutigams, eingefangen sind, heißt es ab zur Location. Der Dj ist bereits vor Ort und die Chefin des Klarissenklosters hat die letzten Vorbereitungen abgeschlossen, man kann die Traurednerin beobachten wie sie nochmal letzte Punkte durchgeht. Also dann, die Gäste können kommen.

Dann kommt der Moment auf den alle warten, das Lieblingslied des Bräutigams wird angespielt und am Eingang tut sich was. Mein Blick liegt hier erstmal nicht wie bei allen anderen auf der Tür, wo die Braut gleich erscheinen wird. Nein, ich warte auf die ersten Reaktionen beim Bräutigam und ich kann die Anspannung fühlen. Dann ist er da, der Moment wenn ich in seinen Augen sehe: die Braut ist da.

Natürlich heißt es nun für mich Richtungswechsel. Noch bevor sie den ersten vollen Schritt in den Saal macht, muss das erste Bild der Braut im Kasten sein. Traumhaft sieht sie aus und begleitet von ihren Söhnen schreitet sie in Richtung Bräutigam. Dieser Moment, wo man im Gesicht des Bräutigams sieht, dass seine Traumfrau vor im steht und er versucht seine Gefühle im Griff zu halten, sind einmalig. Und ich darf mir das aus der ersten Reihe jedesmal ansehen. Ist schon ein schöner Beruf so als Fotograf.

Obwohl mir der Bräutigam in dem Moment schon fast leid tat. Er steht da alleine auf seinem Platz, und nicht nur die Braut schreitet auf ihn zu, sondern auch noch ihre Söhne. Und ja, nun sind es ja auch seine. Einfach ein Hammer Moment.

Nachdem das Brautpaar Platz genommen hat und alle den Worten der Traurednerin lauschen, wird es für mich auch etwas ruhiger. Die Kamera bleibt zwar immer bei dem Brautpaar, aber ich warte ja eigentlich nur auf Reaktion/Interaktionen vom Brautpaar oder den Angehörigen. Nun, jetzt beim Schreiben fällt mir auf, dass es ganz so locker für mich doch nicht ist. Jeden Blick ,den sich das Brautpaar zuwirft, möchte ich haben. Oder wenn sie sich die Hände reichen. All diese Momente möchte ich für das Brautpaar einfangen, und das Schwierigste daran: alles so dezent wie irgend möglich.

Bei den wenigsten Trauungen schaffe ich es wirklich, den Worten der Rednerin oder Pfarrers durchgehend zu folgen, dafür ist die Konzentration viel zu stark auf das beste Bild gerichtet, hier war es anders.

Es sind Freunde, man kennt die Geschichte, und wenn man dann hört wie toll die gesamte Rede der Hochzeitsrednerin zum Brautpaar passt und dessen Geschichte erzählt wird, dann merkt man, welch ein besonderer Tag dies heute war.

Nach der Trauung ging es mit der Gratulation weiter, alle Gäste stellten sich draußen auf und bildeten ein Gasse. Jeder Gast hielt eine rote Rose in der Hand und in die Gasse, mal höher mal tiefer nur um das Brautpaar etwas in eine sportliche Haltung zu bringen.

Es war sehr schön anzusehen, ein strahlendes Paar und strahlende Gäste gefolgt von einer herzlichen Gratulation nach der anderen und das bei bestem Wetter.

Als alle mit einem Glas Sekt ausgestattet waren gab es ein verdientes Schlückchen für das Brautpaar und die Gäste, gefolgt von dem ein oder anderen Smalltalk, bevor ich mich dann mit dem Brautpaar auf den Weg machte um ein paar schöne Bilder im Rosengarten enstehen zu lassen.

Nach einer Stunde war das Brautpaar bereits wieder unter ihren Gästen, es folgten noch ein paar Gruppenbilder, bevor dann das Buffet für das Wohl aller Beteiligten sorgte.

Mensch was geht die Zeit wieder um, wie im Flug. Es folgt nun noch der Wurf des Brautstraußes und der Eröffnungstanz, dann kann die Party steigen. Und sie haben noch lange das Tanzbein geschwungen.

Gestern durfte ich dem Brautpaar das Fotobuch, sowie Diashow und Bilddaten in digitaler Form übergeben. Ich freue mich hier immer darauf das Brautpaar zu beobachten, wie ihre Reaktion beim Umblättern jeder Seite des Fotobuchs sind. Ja, da sehe ich ob ich gut gearbeitet habe.

Wenn ich den Tag und viele kleine Momente wieder hervorheben kann, und das Brautpaar den Tag mit all den Emotionen nochmal erlebt, dann wie sagt Sabine immer “ alles Gut „.

Zum ende möchte ich mich bei dem Brautpaar bedanken, dass ich euch einen kleinen Einblick in ihren tollen Tag zeigen darf.

Den Link zum Video findet ihr hier.